Gott liebt auch Haustiere

Artikel von Sri Harold Klemp

Gottes Liebe ist uns nirgendwo näher als in der Gesellschaft unserer Haustiere. Das ist eine kühne Behauptung. Da in den Unterlagen nirgendwo über eine solche Aussage von Gott berichtet wird, glauben viele Leute fälschlicherweise, dass nur sie die Ehre und das Privileg haben, Seele zu sein. Aber die, die Haustiere lieben, wissen es besser. Es ist ein ECK-Prinzip, dass die Seele in vielen verschiedenen Bewusstseinszuständen auf die Erde kommt – und auch in vielen verschiedenen Körperformen. Und Gott liebt uns alle. Die Seele existiert, weil Gott sie liebt. Wenn auch niemand einen unbestreitbaren Beweis für diese Liebe erbringen kann, indem er ein Zitat aus irgendeinem heiligen Text hervorholt, liegt der Beweis doch darin, es selbst erfahren zu können. Gottes Liebe umfasst alles. Es gibt mehr als genug davon für alle Geschöpfe. Die Geschichten, die folgen, schließen nur Katzen, Hunde und Schildkröten ein, um diese göttliche Liebe zu verdeutlichen. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Gottes Liebe schließt auch Vögel, Fische, Reptilien, wilde Tiere und sogar Insekten und noch kleinere Wesen ein.

 

Entlaufene Collies kommen in einem Traum

Eines Nachts hatte eine Vertreterin namens Niki einen Traum. Er handelte von zwei Collies. Ihre Erinnerung an den Traum war am nächsten Morgen etwas durcheinander, aber pflichtbewusst schrieb sie so viel davon nieder, wie sie behalten hatte. Dann ging sie wie gewöhnlich ihrem Tagesablauf nach. Als Niki am nächsten Tag beim Abendessen saß, war sie erstaunt, als zwei Collies zur Küchentür kamen. Sie erkannte sie sofort. Es waren die Collies aus ihrem Traum. Anders als in diesem Traum hätte sie sie vielleicht fortgeschickt mit dem Gedanken, dass sie einfach nur die Nachbarschaft erkundeten und etwas haben wollten. Niki öffnete die Tür. Beide Hunde begrüßten sie wie einen alten Freund, und sie schienen zu ihr zu sprechen und zu versuchen, ihr etwas zu sagen. Sie stupsten sie an und gaben winselnde Töne von sich. Aber beide lehnten alle Streicheleinheiten, Futter und Wasser ab. Sie nahm eine Telefon-Nummer von der Hundemarke eines Collies und hinterließ eine Nachricht für den Besitzer, sie anzurufen. In der Zwischenzeit griff Niki zu Mantel und Stiefeln und ging nach draußen, um mit den Collies zusammen zu sein. Sie sprangen und tanzten um sie herum und zeigten vollständige Liebe und Vertrauen. So ging sie mit ihnen spazieren. Sie lief die Straße auf und ab und hoffte, dem Besitzer zu begegnen, der vielleicht nach den verlorenen Haustieren Ausschau hielt. Sie versuchte sich mit einigen Befehlen an ihnen: "Bei Fuß!" Sie hielten gehorsam Schritt mit ihr. "Stehen!" Sie blieben stehen. "Kommt!" Natürlich kamen sie angerannt. Gut trainierte Hunde, dachte sie. Schließlich erhielt der Besitzer ihre Nachricht und rief zurück, um seine Hunde abzuholen. Sie freuten sich über diese Neuigkeit. Der größere von den beiden war so glücklich, dass er zu sprechen begann mit "Wau Wau Wau!" Als der Besitzer ankam, erklärte er, dass sein Haus fünf bis sechs Kilometer entfernt war. Er war verblüfft, als sie ihm erzählte, wie sie ihren Befehlen gehorcht hatten. Sie wurden nie trainiert, sagte er. Die entlaufenen Collies kamen an Nikis Tür, weil sie sich an ihre Liebe aus der Traumwelt erinnerten, wo sie sich bereits begegnet waren. Gottes Liebe reicht für alle aus.

 

Können Tiere lieben?

Nur ein Roboter oder ein Mensch, für den die Reinkarnation auf der Erde neu ist, würde Nein sagen, wenn er gefragt würde, ob Tiere lieben können. Hoch entwickelte Menschen akzeptieren es als eine Tatsache. Sie wissen es, weil sie ein besseres Verständnis davon haben, wie Gottes Liebe tatsächlich funktioniert – weil sie länger hier an der Universität der harten Schläge eingeschrieben sind. Ja, Tiere können lieben. Es gibt zu viele solche Beispiele des Verhaltens von Tieren, um das zu bezweifeln. Liebe geht über den Instinkt hinaus. Obwohl sie fähig sind, Liebe zu zeigen, können Tiere – ebenso wie viele Menschen – auch eine starke Abneigung zeigen. Das kann sich aber ändern. Eine Mutter ging mit ihren zwei Töchtern im Alter von acht und zehn Jahren zu einer Tierhandlung und kam mit einem grau getigerten Kätzchen, Socks, nach Hause. Alles ging einige Wochen lang gut. Dann brachte ihr Sohn, der in eine neue Wohnung umgezogen war, in der Haustiere nicht erlaubt waren, seine Katze Spook vorbei. Spook mochte das Kätzchen auf Anhieb nicht. Bei jeder Gelegenheit fauchte Spook Socks an und schlug nach ihm, was bald zu einer blutigen Nase führte. Aber es wurde noch schlimmer. Eines Tages musste die Familie das Kätzchen wieder gesund pflegen, weil Spooks Krallen Socks' Auge verletzt und eine Infektion hervorgerufen hatten. Dennoch wurden die beiden Katzen mit der Zeit unzertrennliche Freunde. Sie machten alles gemeinsam. Dann hatte Spook einen Wurf von Kätzchen. Socks wurde für sie eine zweite Mutter: Sie leckte sie, hielt mit Spook Wache über sie und übernahm sogar das Babysitting, wenn Spook weg ging, um zu trinken, zu fressen oder einfach freie Zeit zu haben. Tag für Tag stand Socks während der Pausen von Spook bereit. Die Familie fand später in der Zeitung einen Artikel darüber, ob Tiere lieben können. Mit solch einem klaren Beispiel darüber in ihrem eigenen Haus hat diese Familie ihre eigene Antwort. Könnte es da irgendeinen Zweifel geben?

 

Wo sind all die Schildkröten geblieben?

Valerie verließ an einem Novembertag das kalte Illinois, um einen im Ruhestand befindlichen Freund in Florida zu besuchen. Ein kleiner Teich liegt anmutig hinter seinem Haus. Er beklagte sich bei ihr, dass sich in seinem Teich, der einst die Heimat von fünfunddreißig Schildkröten war, nun überhaupt keine Schildkröten mehr befanden. "Wo sind nur all die Schildkröten geblieben?", fragte er immer wieder mal. Nach einigen Wochen des Besuchs schlug er eine Fahrradfahrt am Hafen und an dem See entlang vor, wo sie schon im Jahr zuvor gefahren waren. Dieser Fahrradweg endet nahe an einer belebten Straße. Dort fühlte sie plötzlich, dass etwas da war. Nur vier Meter von der Straße entfernt saß eine sehr große Schildkröte, die sie nichtsdestoweniger ohne irgendein Zeichen der Furcht herankommen ließ. Dann blitzte ein Bild aus der Vergangenheit durch ihren Verstand. Sie kannte diese Schildkröte. Sie waren sich letztes Jahr begegnet, nachdem ein Auto sie überfahren, ihren Panzer zerbrochen und sie mit ernsthaften Verletzungen auf der Straße zurückgelassen hatte. Valerie hatte sie behutsam aus der Gefahrenzone entfernt und sie ins Gras gesetzt. Bei ihrer ersten Berührung war die Schildkröte in Panik geraten. Aber sie sang sanft HU, das uralte Liebeslied an Gott, das ihr ängstliches Sträuben beruhigte. Deshalb erkannte die Schildkröte sie jetzt. Es war eine Begegnung zwischen zwei alten Freunden. Aber die Straße war immer noch ein gefährlicher Ort für eine Schildkröte. Valerie hob ihren fünfzig Pfund schweren Freund hoch, radelte mit diesem enormen Gewicht unter ihrem Arm unter ungläubigen Blicken durch einen Park und brachte sie zu der Wohnung ihres Freundes. Am nächsten Tag fand Valerie auch ihre Gefährtin und brachte beide wieder zusammen. Beide hatten in dem Teich hinter dem Haus bald ein neues Zuhause. Ein viel sichererer Ort für brütende Schildkröten. Zweimal zeigte sich nun schon ihrer befreundeten Schildkröte Gottes Liebe durch ihr liebenswürdiges Handeln.

 

Zeke findet Freiheit

Bob hatte einen sehr alten Hund, Zeke, der sein besonderer Freund war. Aber der Tierarzt hatte schlechte Nachrichten. Der vierzehneinhalb Jahre alte Hund hatte Krebs im Unterleib. Keine Schmerzen. Er würde wahrscheinlich einfach friedlich einschlafen. Wenn aber Zeke ein Problem mit der Atmung bekommen würde, sagte der Tierarzt, wäre es an der Zeit, ihn gehen zu lassen. Dieser traurige Tag kam bald. Bob und seine Frau brachten ihn zum Tierarzt und ließen Zeke einschläfern. Zeke befand sich in Bobs Armen, als er ging, und er sprang buchstäblich aus diesem müden, alten Körper heraus wie ein Gefangener, der aus seiner Zelle entlassen wird. Auf der Fahrt nach Hause öffnete sich Bobs Spirituelles Auge. Er sah Prajapati, den ECK-Meister, der sich um die Tiere kümmert, und er stand auf einem Hügel nahe an einem Baum. Hinter ihm kam ein Strom aus hellem goldenem Sonnenlicht vom Himmel hervor. Aber da war auch eine Kugel aus Licht, und Bob wusste instinktiv, dass es sein dahingeschiedener Freund Zeke im Seelenkörper war. Zekes Freude war grenzenlos. Mittels Telepathie sagte Zeke zu Bob: "Herrchen, ich bin frei! Danke für all die Liebe."

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Reicht Gottes Liebe sogar für Tiere aus? Ja, das ist ganz klar der Fall – zumindest für diejenigen, die Augen haben zu sehen und das spirituelle Bewusstsein, diese ewige Wahrheit zu erkennen.

 

Auszug aus dem ECKANKAR Journal, Copyright © 1997 ECKANKAR. Alle Rechte vorbehalten.


–Diese Seite ist eine freie Übersetzung von www.eckankar.org/Harold/Article07.html.