Wie Gott zu uns spricht und wie wir reagierenArtikel von Sri Harold Klemp
Sie haben vielleicht die Geschichte gehört, in der ein Mitarbeiter mit vielen Jahren Erfahrung zugunsten eines jüngeren Angestellten bei einer Beförderung übergangen wurde. Der ältere Mitarbeiter stürmte daraufhin wütend in das Büro des Managers, um sich zu beschweren.
"Vergessen Sie nicht," brüllte er, "ich habe immerhin fünfundzwanzig Jahre Erfahrung."
Der Manager lehnte sich in seinen Sessel zurück. Nach kurzer Überlegung beugte er sich wieder nach vorne und sagte: "Nein, Sie haben ein Jahr Erfahrung, dieses allerdings fünfundzwanzig Mal."
Das ist eine Geschichte über das Nachlassen im spirituellen Wachstum. Der wesentliche Punkt ist nicht, befördert zu werden oder nicht, sondern es geht um jemanden, der ständig die Gelegenheit versäumte, anderen bei der Arbeit etwas zu geben. Die verpasste Beförderung war die Weise, wie ihn der göttliche Geist an das Gesetz von Ursache und Wirkung erinnerte. Der Mann hatte seinen Schwung verloren. Schließlich musste ihm sein Manager erklären, warum ein qualifizierterer Mitarbeiter befördert wurde. Schon seit langem hatte dieser Angestellte aufgehört, sein Bestes zu geben. Wie viele Jahre war es her, seit er das letzte Mal mit dem Gedanken zur Arbeit gekommen war, an diesem Tag in der Firma etwas Besonderes zu leisten?
Es geht im Leben um spirituelles Wachstum. Entweder wir nehmen die Möglichkeiten, Mitarbeiter Gottes zu werden, die das Leben uns bietet, wahr – indem wir lernen, anderen zu dienen – oder wir denken hauptsächlich an die Erfüllung unserer eigenen Wünsche.
Wie hängt diese Geschichte damit zusammen, wie Gott zu uns spricht?
Gott spricht durch die Stimme des Gewissens, durch heilige Schriften, Gefühle und sogar durch das positive Drängen von anderen Menschen. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten. Gottes Stimme erreicht uns auch durch menschliche Liebe, Intuition, Träume, die Spirituellen Übungen von ECK oder durch eine direkte Erfahrung mit dem Licht und Ton Gottes.
Die oben erzählte Geschichte über den verärgerten Mitarbeiter ist ein Beispiel, wie das göttliche Wort durch den Manager spricht. Ein wesentlicher Zweck unseres Lebens hier auf Erden ist, möglichst viele Gelegenheiten zu erhalten, göttliche Liebe zu geben und zu empfangen. Was hat das mit dem Arbeitsplatz zu tun? Irgendwann müssen wir lernen, andere Menschen auch als ein Licht Gottes zu behandeln und ihrer spirituellen Seite Liebe und Respekt entgegenzubringen, eine wirklich schwere Aufgabe, wenn Charaktere aufeinander prallen. Um so mehr müssen wir in allen Bereichen unseres Lebens unser Bestes geben. Sich dieser Verantwortung zu entziehen heißt, in seiner spirituellen Entfaltung zurückzufallen.
Unser Arbeitsplatz, unser Familienleben, unsere Kirchenbesuche, Schulerfahrungen und viele andere Interessensgebiete können uns wertvolle Einsichten über unsere Reaktionen auf die Stimme Gottes liefern. Unser Ziel in ECK ist es einfach, bewusster zu werden und spirituell zu wachsen. Ein Mitarbeiter Gottes tut das.
Gott spricht, aber hören wir auch hin? Wenn ja, wie brauchbar ist unsere Reaktion? Der Mitarbeiter in der eben erzählten Geschichte ging auf andere los, weil er in seinem spirituellen Wachstum versagt hatte. Aber ist das nicht ganz normal?
Der Schöpfer, das Höchste Wesen, spricht zur Schöpfung durch den Heiligen Geist, das ECK. Diese Stimme der göttlichen Liebe ist sehr real. Diejenigen, die die höheren Regionen des Himmels hier und jetzt in ihrem Bewusstsein betreten, sehen das heilige Licht und hören den göttlichen Ton Gottes klar in ihrem Alltagsleben. Das Licht und der Ton sind Gottes Art, direkt mit uns zu kommunizieren. Sie helfen uns, unsere Kreativität zu entwickeln, was uns gottähnlich macht.
Einfach weil wir eine Seele sind, ein göttlicher Funken, strömt ein Regen der Liebe auf uns herab. Seine Stimme, die die Liebe auf uns herunterregnen lässt, ist das reine Licht und der reine Ton.
Die meisten Menschen sind sich dieses spirituellen Geschenkes nicht bewusst. Tatsächlich reagieren sie aber indirekt auf das Licht und den Ton Gottes, indem sie auf ihre Intuition hören, auf ihr Gefühl vertrauen oder ihrem Gewissen folgen. Andere aber sehen das Licht direkt. Es erscheint oft vor dem Ton. Das sind zwei Teile der Stimme Gottes, des ECK, das zu allen spricht, deren spirituelle Augen die Geheimnisse der göttlichen Liebe erkennen können.
Eines Tages sprach ein Ehepaar über ein unmoralisches Geschäft, das der Mann vor kurzem mit jemand von außerhalb abgeschlossen hatte. Als jemand, der Gott wirklich liebte, hatte er wegen einer gedankenlosen Handlung im Rahmen dieses Geschäftes schwere Gewissensbisse. Während er sich mit seiner Frau unterhielt, ging er ans Fenster, um hinauszusehen, und sah die ganze Nachbarschaft in helles, schimmernd rosafarbenes Licht getaucht. Der Anblick blieb einige Zeit lang so. Schließlich rief er seine Frau ans Fenster, weil er wissen wollte, wodurch dieses strahlende Leuchten verursacht wurde. Seine Frau sah nichts. Als er weiter beobachtete, schoss ein großer Ball aus rosa Licht in die Höhe und zerbarst in kleine Teile wie bei einem Feuerwerk.
Sein unfreundliches Verhalten hatte ein Gefühl der Sorge ausgelöst. Er liebte Gott, aber sein Verhalten spiegelte das nicht wider. Er begriff dann, dass seine Bemühungen in der Vergangenheit, sich die göttliche Liebe zu verdienen, im Licht der monumentalen und universellen Liebe Gottes für ihn gering und begrenzt waren. Diese Erkenntnis kam direkt, nachdem er das übernatürliche rosa Licht Gottes gesehen hatte. Die Farbe Rosa stammt von der Astralebene, dem Ursprung der Emotionen und vieler Probleme. Die Erfahrung erfüllte ihn mit Demut und dem Willen, ein besserer Mensch zu werden.
Sehr wenige Menschen wissen wirklich, wie Gott spricht. Normalerweise können auch die Religiösesten die Anwesenheit Gottes nur "erspüren" – und das zu scheinbar zufälligen Zeiten. Aber sie verstehen sehr wenig davon, wie sie aktiv die Stimme Gottes hören oder sehen können. So gelingt es ihnen oft nicht, auf die Stimme Gottes zu reagieren.
Eine Frau kam vor kurzem dem Tod sehr nahe, nachdem sie an einem durch Gifte ausgelösten Schocksyndrom erkrankt war. Die Krankheit begann sie mehr und mehr aufzuzehren. Schließlich wurden ihre Füße taub, ihr Blutdruck sackte bedrohlich ab, und die Schmerzen waren nahezu unerträglich.
Ein Team von jungen Ärzten machte sich daran, das Leben der Frau zu retten.
In der Nacht, in der ihre Krankheit den Höhepunkt erreichte, hatte sie große Angst einzuschlafen. Sie dachte, dass sie wach bleiben müsse, um zu überleben, und so wurde diese Nacht zur längsten ihres Lebens. Um bis zum Morgen durchzuhalten, dachte sie sich eine Spirituelle Übung von ECK aus. Sie stellte sich vor, in Begleitung des Mahanta (des Inneren Meisters) und anderer ECK-Freunde zu sein. Sie sah sich selbst, wie sie sich in deren Armen entspannte. Die Übung war ausgesprochen einfach.
Später dachte sie sich noch andere Übungen aus, in denen HU vorkam, ein uralter Namen Gottes, den sie wiederholt sang.
Die Nacht verging, und mit ihr verschwand auch die Krankheit. Diese Krise brachte ihr eine Erkenntnis über die Spirituellen Übungen von ECK: In dieser Notsituation kostete es viel Kraft, sie sich auszudenken. Dadurch erkannte sie die Wichtigkeit, sie täglich zu praktizieren – noch bevor es Schwierigkeiten gäbe. Wenn man auf die Stunde der Verzweiflung wartete, konnte es schon zu spät sein. So wie es war, hatte es sie noch immer viel Vorstellungskraft und Mühe gekostet, sich die Übungen in den Schmerzen ihrer Krankheit auszudenken. Aber die tägliche Anwendung der spirituellen Übungen machte es einfacher, nach der Liebe und Unterstützung des Mahanta und anderer Initiierter zu greifen.
Die Erfahrung war für sie ein Scheideweg. Für die Zukunft hat sie sich vorgenommen, einige negative Wesenszüge, die sie spirituell zurückgehalten haben, aufzugeben und ihre Energie verstärkt auf höhere Ziele zu richten. Das ist eine weit bessere Reaktion auf die Stimme Gottes.
Gott spricht durch den Heiligen Geist immer zu uns und zu allem Leben. Wie bei dem am Anfang dieses Artikels erwähnten Angestellten ist es leicht, die Führung Gottes zu vergessen, wenn man vom Pfad dahin, ein Mitarbeiter Gottes zu werden, weit abgekommen ist. Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Krankheit und hundert andere Probleme sind oft versteckte Botschaften des ECK, um uns auf den Weg zu Gott zurückzurufen.
Hören Sie auf die Stimme Gottes. Reagieren Sie darauf in spiritueller Weise und wissen Sie, dass alles gut und an seinem richtigen Platz ist, obwohl es oft gar nicht so aussieht. –Diese Seite ist eine freie Übersetzung von www.eckankar.org/Harold/Article02.html.
|